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Ein Beitrag aus Heft 1/2017 unserer Mitgliederzeitschrift Das KEHRWASSER.

Auf den Hund gekommen oder: Rätselhafte Ordnungsliebe

Ein Paddelwochenende auf der Leine bei Göttingen

Vorab stelle ich erst einmal etwas klar. Es ist für einen 55-Jährigen eigentlich nicht möglich, einen Fahrtenbericht zu schreiben, wenn die Fahrt bereits Wochen zurückliegt. Aber die Redaktion wollte es so. Also schreibe ich auf, was hier und da aus dem Nebel in meinem Kopf sichtbar wird. Ich verbürge mich für nichts, insbesondere nicht für die korrekte zeitliche Reihenfolge. Vielleicht ist es eher eine Geschichte, auf wahren Begebenheiten basierend, als ein Fahrtenbericht. Dann mal los.

Hier erst einmal die Liste der nebeligen Fetzen, aus meinem Kopf:

  • Zehner-Besteck
  • Pausenhütte
  • kein Wasser
  • Hügel von Friedland
  • Abfahrtsboote
  • Umtrage mit Rutsche am Einstieg
  • Indisch essen in Göttingen
  • Schöne Schwälle am ersten Tag
  • Krautsperre
  • Wenig lohnende Stadtdurchfahrt
  • The soccer dog

Anfahrt durch reizvolle Hügellandschaft

Ganz klassisch begannen wir unsere Fahrt mit der Anreise. Das hat sich bewährt, und ich würde es immer wieder so machen. In Friedland sind wir mit dem Auto in eine Falle der Deutschen Bahn geraten, die hier einen Übergang gesperrt hatte. Wir suchten uns einen anderen Weg. Hübsch war es hier dennoch, ich mag die kleinen Orte in wunderschöner Hügellandschaft. Wir fuhren weiter und fanden irgendwann unsere Unterkunft bei der Vereinigung Göttinger Faltbootfahrer. Eine sehr steile Treppe führte hinauf in unsere Gemächer, die wir erst einmal einrichteten. Die Hütte war nun unsere. Anschließend ging es gleich zur ersten Tour.

Paddeln, staken oder klettern?

Unseren Einstieg fanden unterhalb einer schnuckeligen alten Brücke, die aus Feldsteinen gemauert ist. Die hält sicher noch, bis die Menschheit 1 000 Jahre Luthers Reformation feiert. Wir hatten noch etwas Zeit, und ich habe vor Ort erst einmal einen Geocache eingesammelt. Die weitere Zeit nutzte ich, um meinen Trockenanzug aufzublasen. Das spart die Schwimmweste. Als unsere Autofahrer wieder zurück waren, ging es auf einen Bach, der an einer Art Anämie litt. Es war kaum Wasser drin. Wir schrabbelten und stakten voran, aber es gab aber auch viele schöne Schwälle und Spaß. Unterwegs sammelten wir einen hochwertigen Fußball ein, der noch seinen Teil zur Geschichte beitragen sollte. Eine Krautsperre stellte sich uns in den Weg. Nach einer lustigen Kletterei ließen wir diese hinter uns.

Ein Fußball in besten Pfoten

Nun kam die Stunde unseres Fußballs. Nach einer Umtrage warfen wir schon einmal den Ball ins Wasser. Das entging einer französischen Bulldogge nicht. Deren Blick war von nun an fix an den Ball getackert. Frauchen erklärte uns, dass Tierchen Bälle liebe. Wir entschieden uns zu einer spontanen Ballspende. Was wir nun zu sehen bekamen, stellte Franck Ribéry in den Schatten. Die Bulldogge war ein Ballspezialist, den sich Real Madrid Millionen kosten ließe, dürfte sie denn mitspielen. Der Ball war in den besten Pfoten.

Bondage fürs Besteck

Der Tagesausflug endete an „unserer Hütte“. In der Küche fanden wir eine Kuriosität aus dem Vereinsleben der Faltbootfahrer. Als wir die Schublade öffneten, fanden wir alle Bestecke in Zehnerbündeln mit Gummiband-Bondage vor. Was geht in den Oberstübchen der Paddelkameraden vor? Was verleitet zu solcher Ordnungsliebe? Egal! Den Abend verbrachten wir in Göttingens hübscher City und fanden uns schließlich futternd beim Inder wieder. Ein guter Tag!

Stadtdurchfahrt: na ja

Der Tag danach. Die Stadtdurchfahrt in Göttingen war nicht so erbaulich. Schön gerade alles. Reste urbanen Zusammenlebens fanden sich im Flussbett wieder. Nach einer Umtrage konnten wir jedoch einige Meter die Böschung runterrutschen und mussten unten in schräger Fahrt eine Stufe meistern. Das hat niemandem Probleme bereitet und war dann auch unsere Tagesdosis Gaudium. Die Stadt verschwand in den Heckwellen unserer Boote. Die Leine wurde wieder etwas schöner. Am linken Ufer kam eine einladende Schutzhütte ins Radar unserer Augen. Ein Blick auf die Uhr – Pausenzeit. Wir danken im Geiste dem Angelverein, die uns hier einen schönen Wetterschutz aufgestellt hatte.

Die weitere Strecke führte uns immer wieder nah an die ICE-Strecke heran. Züge und Landschaft zogen an uns vorüber. Endlich erreichten wir unserer Zielbrücke, in der Nähe eines Ortes, der sich Hillerse nannte, aber nicht unser bekanntes Hillerse war. Die anderen holten die Autos aus Göttingen zurück, und ich hatte wieder etwas Zeit. Wie zu Beginn der Fahrt suchte ich auch hier wieder einen Geocache – erfolglos.

Kanuausbilder
Aktiv für Familien
Kanustation
Aktiver Verein
Paddel-Klub Hannover e.V.
Schützenallee 30
30519 Hannover

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