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11.08. - 12.08.2018

Fulda statt Eder statt Lippe: Der knochentrockene Kampf mit dem Pegel

Manchmal ist der Weg zum Paddelziel steinig - und der Fluss hinterher auch. Im Jahresprogramm 2018 war eine Wochenendfahrt zur Lippe geplant, im Prinzip mit dem Best-Of der Strecke von 2016: Nur zwischen Sande und Lippstadt auf dem spritzig-sportlichen Abschnitt, nicht auf dem langsamen, aber schön renaturierten Abschnitt nach Lippstadt. Gut, dass wir 2016 den Stand des relevanten Pegel notiert hatten und damit eine Einschätzung, welcher Wasserstand wohl nötig wäre.

2018: Viele Wochen Trockenheit. Der Lippe-Pegel fällt und fällt. Drei Wochen vor der Tour muss eine Entscheidung her: Es wird nicht reichen, die Lippe wird zu steinig. Neues Ziel.

Da fällt dem Fahrtenleiter ein, dass der Wasserstand der Oberweser zugunsten der Schifffahrt in trockenen Sommern durch einen erhöhten Ablass aus dem Edersee gestützt wird. Die Eder dürfte, wenn alles andere trocken liegt, einen guten Wasserstand haben. Leider war in unserem Umkreis niemand aufzutreiben, der das Gewässer in letzter Zeit befahren hatte. Der Pegeldienst des Kanuverbandes NRW sagte, dass die untere Eder ab einem Ablaß von 6m³/s aus dem Stausee befahrbar ist. Immerhin, eine Einstufung. Jübermann hat die Eder im TA4 bei 20m³/s kartiert und beschreibt ein spritzig-sportliches Vergnügen. Das wollten wir ja auch auf der Lippe. Also gut, das neue Ziel steht fest.

Wenige Tage vor dem Tourbeginn: Für die Oberweser wird der verfügbare Mindestwasserstand um 5cm unter den Garantiewert gesetzt, weil es einfach zu trocken ist. Aus dem Ederstausee wird alles abgelassen, was geht. Das sind nun 2,5 Mio m³ Wasser pro Tag! Damit fließen rund 30m³/s über die Eder ab. Uff. Im Faltbootwiki findet man Beschreibungen, dass es bei hohen Wasserständen an den Wehren "schwierig" oder "gefährlich" wird. Die Wildwasserseite "4-Paddlers" schreibt sogar, dass die untere Eder wegen "zuviel Wasser" gerade nicht befahrbar sein. Und die Jungs dort paddeln andere Sachen als wir Wanderpaddler.

Plan C muss her. Schnell und dringend. Nebenan neben der Eder liegt die Fulda. Da waren PKH-Paddler schon mal. Flott fließend, landschaftlich schön, einfach lohnend. So lautet das übereinstimmende Bild. Also geht es zur Fulda. Wir übernachten beim WVM Melsungen und paddeln zwei Tage auf der Fulda: Von Niederellenbach bis Melsungen und dann weiter bis Guntershagen.

Beim Start treffen wir auf einen ortskundigen Verleiher und fragen ihn über die Eder aus: Die Verleiher hätten die Absprache, mit ihren Kunden nur bis maximal 27m³/s auf der Eder zu paddeln. Darüber hinaus seien gute Ortskenntnisse, Paddelerfahrung und kurze Boote angesagt. Einen Punkt (Erfahrung) erfüllen wir sicher, bei den Booten hatten wir unsere Langboote dabei, bei den Ortskenntnissen hatten wir nichts zu bieten. Also war die Fulda eine gute Idee. Ok, der Verleiher bewunderte unsere schönen schnellen Seekajaks, konnte sich aber nicht die Bemerkung verkneifen, dass es ihm um die Boot leid tut. Wusste er mehr als wir? "Wir könenn das und fahren um die Hindernisse herum". Oder nicht? Sagen wir es mal so: Die Fulda war landschaftlich auf jeden Fall sehr schön. Auch Melsungen war sehenswert. Ok, der örtliche Verein lieferte ein interessantes Lost-Place-Feeling. Aber auf der Fulda wären dann doch 20-30cm mehr Wasser unter dem Kiel gut gewesen. Es war bei den zahlreichen Schwallstrecken, die teilweise nur noch Steinrampen mit einem Hauch von Wasserfilm waren, dann doch etwas knapp. Aber auch hier gilt: Der Pegelstand ist notiert, wir wissen jetzt, was wir bei einer späteren Tour hier mindestens haben wollen. So schließt sich der Kreis wieder zur Lippe-Tour und den Steinen.

Die Tour hatte noch weitere Kuriositäten: Eine Fahrradseilbahn mit völlig ineffizienter Kurbeltechnik, eine übende Jugendfeuerwehr, die eine willkommende Abkühlung lieferte und einen abstürzenden Schwan. Letzterer machte einen Flugstart gegen die Sonne, war dann so geblendet, dass er direkt gegen einen Brückenpfeiler flog, abstürzte, sich im Flug wieder auffing und irgendwie durch die Gegend trudelte. Ja, es wurde eine ganze Menge geboten unterwegs.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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