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04.06. - 05.06.2016

Wochenendfahrt Lippe

Fünf Jahre ist es her, dass wir zum letzten Mal eine Tour zur Lippe machen konnten. Eigentlich viel zu lange, doch aus immer wieder anderen Gründen passte es in den letzten Jahren nicht. Und dabei ist der interessanteste Abschnitt der Lippe, jener ab Paderborn-Sande, im Vergleich zu so manchen Ziel, dass jährlich angesteuert wird, gar nicht so weit entfernt. Dieses Jahr war es endlich wieder soweit. 8-9 Teilnehmer, die ideale Gruppengröße für so eine Fahrt, hatten sich zusammengefunden. Beinahe drohten Unwetterwarnungen der Sache einen Strich durch die Rechnung zu machen. Doch in letzter Minute wurden die Prognosen besser und wir hatten zwei Tage ohne Regentropfen, Hagel oder Gewitterguß.

Die Fahrt brachte an zwei Tagen vom renaturierten ruhigen Wanderfluss bis zur WIldwasser III - Strecke alles, was Paddler so mag: Im Nebenarm der Einsetzstelle unterhalb des Lippesees befindet sich eine kurze Wildwasserstrecke. Die Lippe wurde in den letzten Jahren um den Lippesee herum in ein neues Bachbett verlegt, um nicht mehr durch den See zu fließen. In diesem Zuge hat der örtliche Kanuverein dort die Möglichkeit bekommen, eine Wildwasser-Trainingsstrecke aufzubauen. Anders als der Hildesheimer Betonkasten ist hier mit großen Wasserbausteinen (Felsen) gearbeitet worden und eine ziemlich authentische, wenn auch kurze Trainingsstrecke zu schaffen. Die Befahrung gehörte eigentlich gar nicht zur Tour, eher wurde daran gedacht, vielleicht im Auslauf etwas zu spielen. Aber einige Mitpaddler konnte dem doch nicht widerstehen.

Nach dem Start hat die Lippe ein Problem, dass hier für Paddler aber vorteilhaft gelöst wurde: Vor vielen Jahren wurde der Fluss begradigt, dann floss er überraschenderweise zu schnell. Als Lösung wurden Altarme wieder angeschlossen und vor allem Sohlgleiten eingebaut. Die sind so fair gestaltet, dass sie durchweg ein spritziges Paddelvergnügen erlauben. Wäre dies alles natürlich, würde man die ersten neun Kilometer wohl im Bereich WW I einsortieren. Danach wird der Fluss langsamer und einfacher zu fahren. Die übliche Pausenstelle bei Boke ist dann nicht ganz trivial zu erreichen: Bei guter Strömung (mind. 4km/h) liegt die Aussetzstelle ohne Steg an einem Betonrohr in der Außenkurve.

Es folgt nun der Abschnitt der Wehre: Drei Wehre, die nicht mehr in Betrieb sind, können beim richtigen Wasserstand befahren werden. Die Durchfahrten sind gut zu erkennen, aber insbesondere das zweite Wehr mit zwei Stufen und sehr großer Welle sind schon sportlich. Umtragen über zwei Steilhänge ist möglich und bei Befolgung der "Achtung Wehr! Lebensgefahr!" - Schilder auch angesagt, aber wer will das schon, wenn die gemeinsame Beurteilung zweifelsfrei eine Befahrung für geübte Paddler gestattet?

Fünf Kilometer oberhalb von Lippstadt bei Esbeck gab es vor Jahren jedoch ein Wehr, dass völlig unbefahrbar war und als sehr gefährlich galt. Dieses wurde inzwischen komplett abgebaut. Zur Sohlhaltung hat man hier nun über eine Strecke von ca. 200 Metern eine lange Sohlrampe gebaut, die ideal für Paddler geworden ist. Begeistert wünschen wir uns, so etwas öfter vorzufinden: Auf den 200 Metern sind sechs Querrippen aus Wasserbausteinen eingebaut, die jeweils große, klar erkennbare Durchfahrten haben. Diese Durchfahrten sind versetzt angeordnet, so dass man hier von Kehrwasser zu Kehrwasser zirkeln kann, aber auch die Strecke in einem Rutsch abreiten kann. Wer das nicht möchte, findet eine gute Umtragemöglichkeit am Ufer. Würde man dies als natürliche Formation vorfinden und mal in die ICF-Skala schauen, findet man unter "einfache Hindernisse im Stromzug, kleine Stufen, freie Durchfahrten" die Definition für Wildwasser II. Berücksichtigt man den Wasserdruck beim aktuellen Pegelstand, reicht es siche rnoch zur WW I+ - Einstufung. Wie auch immer: Eine grandiose Trainingsstrecke fürs WW-Einsteigertraining.

In Lippstadt selbst gibt es an der Burgmühle einen Slalomparcours (das Ding mit den roten und grünen Stangen) auf Weltmeister-Niveau. Otto-Normal-Paddler wählt da lieber die Nordumflut um Lippstadt herum, gelangt durch eine Bootsgasse in die selbige und paddelt dann im flotten Tempo um den Ort.

Direkt nach Lippstadt wandelt sich das Bild des Flusses: Hier möchte man am liebsten das kurze Boot sofort gegen ein langes Tourenboot tauschen, denn der Fluss wird breit und träge. Mit kurzen Kleinflussbooten kein echtes Vergnügen mehr, aber auch nur 8 Kilometer bis zum nächsten Ausstieg. Auf dieser Strecke hatten wir bei unserer letzten Fahrt noch Bagger im Fluss gesehen und eine Sand- und Erdhügel-Landschaft, die eher an eine Science-Fiction - Darstellung eines trostlosen Planeten in fernen Galaxien erinnert, erlebt. Hier hat man in einem umfangreichen Programm den Fluss renaturiert, Altarme angeschlossen, Bauminseln geschaffen, Ufer aufgeweitet u.s.w. So gesehen wurde aus einem kanalartigen Verlauf ein gutes Beispiel für eine gelungene Renaturierung, für eine gelungene Befahrung plant man hier aber besser mit anderen Booten.

Der Wunsch aus dem Teilnehmerkreis, die Fahrt nicht erst in fünf Jahren zu wiederholen, sich dann aber auf den Abschnitt bis Lippstadt zu beschränken, ist ein schönes Feedback und spricht für dieses Ziel, das gar nicht so weit weg von Hannover ist. Von der Tour gibt es im folgenden wie immer einige Fotos und auch drei Videos. Zum Schluss ein besonderer Gruß an unsere Nachbarn beim KSC - ihr wisst, warum.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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